0item(s)

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

Product was successfully added to your shopping cart.

Reptilien - Kleine Nachfahren der Dinosaurier

Reptilien wurden lange Zeit nur als Luxusobjekte der oberen Gesellschaftsschichten gehalten. Heutzutage entwickelt sich in Deutschland aber eine immer größer werdende Fangemeinde dieser exotischen Tiere. In diesem Ratgeber werden nur Reptilien behandelt, die nicht als giftig oder gefährlich eingestuft sind. Informationen über die Haltung gefährlicher Tiere wie Krokodile oder Giftschlangen finden Sie im eigenen Ratgeber "Gefährliche Haustiere".

Vor der Anschaffung
Die meisten Reptilien sind sehr genügsame Tiere. Viele müssen nicht täglich gefüttert werden und manche brauchen sogar nur einmal im Monat Nahrung. Die Pflege- und Reinigungsarbeiten am Terrarium halten sich auch in Grenzen. Dadurch eignen sich Reptilien besonders für berufstätige Tierliebhaber mit wenig Zeit. Die monatlichen Fixkosten für Futter, Beleuchtung, Heizung und Wasser sind mit 20EUR - 100EUR je nach Reptil relativ gering. Die Anschaffungskosten eines großen Terrariums mit artgerechter Ausstattung (Bepflanzung, Heizung, Luftbefeuchtung, fließend Wasser) sind aber nicht zu unterschätzen. Wenn Sie sich in einem Mietverhältnis befinden, sollten Sie außerdem Ihren Vermieter informieren. Kleine Echsen, Schildkröten und Schlangen zählen zu den Kleintieren und dürfen deshalb nicht verboten werden. Für Giftschlangen und sehr große Reptilien wie Warane oder Würgeschlangen brauchen Sie aber unbedingt die Erlaubnis Ihres Vermieters. Außerdem müssen Sie beachten, dass die Haltung von Lebendfutter wie Ratten oder Schaben aufgrund des sogenannten "Ekelfaktors" untersagt werden kann. Da viele Reptilien auch eine sehr lange Lebenserwartung haben, sollten Sie auch bereit sein, sich die nächsten 20-30 Jahre um Ihr Tier zu kümmern.
Gesetzliche Vorschriften - CITES
Die meisten Reptilien sind nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) geschützt und in die Kategorien CITES 1 oder 2 eingeteilt. Diese Tiere dürfen gar nicht oder nur eingeschränkt international gehandelt werden. Beim Kauf eines solchen Reptils muss der Verkäufer Ihnen das CITES-Zertifikat überreichen. Wenn es kein Zertifikat gibt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um illegal eingeführte Tiere und Sie sollten besser vom Kauf zurücktreten. Nach dem Kauf muss jedes CITES-Tier bei der zuständigen Naturschutzbehörde unter Vorlage des Kaufbelegs und des CITES-Zertifikats angemeldet werden.
Welches Reptil passt zu mir?
Welches Reptil zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie viel Geld und Zeit sie in die Terrariumausstattung investieren möchten. Für kleine Terrarien eignen sich besonders Geckos und kleine Echsen. Auch kleine, ungiftige Schlangen, wie beispielsweise die Kornnatter, können gute Einsteigertiere sein. Giftige Tiere sollte man sich dagegen erst anschaffen, wenn man schon einige Erfahrung im Umgang mit Reptilien gesammelt hat. Außerdem sollten Sie bedenken, dass viele fleischfressende Reptilien mit Lebendfutter gefüttert werden müssen. Wenn Sie damit ein Problem haben, sollten Sie sich besser für ein pflanzenfressendes Reptil entscheiden.
Wo kann ich mein Reptil kaufen?
Reptilien aller Art sind in der Tierhandlung, bei Züchtern oder bei Privatpersonen erhältlich. Auch im Tierheim werden oft Echsen, Schlangen und Schildkröten abgegeben. Beim Erwerb von CITES-Reptilien bei Privatpersonen sollten Sie aber unbedingt auf Vorhandensein und Echtheit des CITES-Zertifikats achten, um spätere Probleme mit der Naturschutzbehörde zu vermeiden.
Artgerechte Haltung - Die richtige Ausstattung des Terrariums
Das Terrarium sollte so gut wie möglich dem natürlichen Lebensraum des Reptils nachempfunden werden. Dazu gehören unter Umständen auch eine Heizung und eine Anlage zur Luftbefeuchtung, um tropische Bedingungen zu simulieren. Für viele Reptilien, wie beispielsweise Wasserschildkröten, empfiehlt sich ein sogenanntes Paludarium, eine Kombination aus Aquarium und Terrarium. Wasser- und Lufttemperatur sollten an den natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst werden. Bei manchen Tieren kann es notwendig sein, nicht nur Luft und Wasser, sondern auch den Boden separat zu beheizen, damit die Tiere sich wohlfühlen und nicht krank werden. Reptilien sind und bleiben absolute Wildtiere. Sie sollten deshalb nicht versuchen, Ihr neues Haustier anzufassen oder auf den Arm zu nehmen. Für die meisten Reptilien bedeutet das einfach nur eine Menge Stress und es ist unmöglich, sie handzahm zu machen. Der Wechsel vom klimatisierten Terrarium in das nicht klimatisierte Zimmer ist zudem äußerst ungesund. Empfindliche Tiere können durch den plötzlichen Temperatur- und Luftfeuchteunterschied sogar krank werden. Bei der Anschaffung eines Reptils sollten Sie besonders darauf achten, ob diese Tiere Einzelgänger sind oder den sozialen Kontakt zu anderen Artgenossen benötigen. Das Zusammensetzen von Einzelgängern in einem kleinen Terrarium bedeutet für die Tiere großen Stress und kann schlimmstenfalls dazu führen, dass sie sich gegenseitig attackieren.
Ernährung
Zu einer artgerechten Ernährung gehört es, dem Tier möglichst dasselbe Futter wie in der freien Wildbahn zu bieten. Pflanzenfresser sollten also viel Salat, Obst, Gemüse und frische Kräuter erhalten. Bei Fleischfressern reicht die Nahrungspalette je nach Größe des Reptils von kleinen Maden, über Insekten bis hin zu Mäusen, Ratten oder Kaninchen. Nach Möglichkeit sollten diese Tiere auch als Lebendfutter verfüttert werden. Einige Reptilien wie Würgeschlangen akzeptieren sogar ausschließlich Lebendfutter. Um den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zu decken, können zusätzlich Futtermischungen mit Nahrungsergänzungsmitteln verfüttert werden. Der Großteil der Nahrung sollte aber aus den oben genannten natürlichen Nahrungsquellen bestehen. Verschiedene Sorten Reptilienfutter und spezielle Futtermischungen für Schildkröten sind bei Zoomingo erhältlch.
Krankheiten und Vorsorge
Durch genaue Beobachtung Ihres Reptils können Sie viele Krankheiten selbst frühzeitig erkennen. Erste Anzeichen, dass es Ihrem Haustier nicht gut geht, sind mangelnde Aktivität, wässeriger Kot und Verweigerung der Nahrungsaufnahme. Diese Symptome können auf einen Parasitenbefall durch Milben oder Würmer hindeuten. In so einem Fall sollten Sie Ihr Reptil vom Tierarzt überprüfen lassen. Bei vielen Reptilien ist es auch ratsam, direkt nach dem Kauf eine Wurmkur durchzuführen, um die Verbreitung von Parasiten in Ihrem Terrarium im Keim zu ersticken. Wenn Sie bei Ihrem Tier Häutungsprobleme feststellen und es sich nicht vollständig häuten kann, sollten Sie die Bedingungen im Terrarium überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Häutungsprobleme entstehen beispielsweise durch zu niedrige Temperaturen, falsche Luftfeuchtigkeit oder mangelnde Häutungshilfen im Terrarium. Als Häutungshilfen eignen sich Steine mit rauer Oberfläche. Auch falsche Ernährung kann zu Problemen bei der Häutung führen. Bleiben die Probleme nach Überprüfung der oben genannten Faktoren bestehen, sollten Sie einen Tierarzt zurate ziehen.
Das Haustier für Liebhaber
Reptilien sind ohne Frage Wildtiere. Mit ihrem teilweise drachenähnlichen Aussehen erinnern sie an Fabelwesen oder Dinosaurier und genau das macht ihre Faszination aus. Sie sind ungewöhnliche Haustiere und nicht immer einfach artgerecht zu halten. Wer den Kontakt zu seinem Haustier auf Beobachtung beschränken kann und viel Interesse an diesen faszinierenden Tieren mitbringt, wird an der Reptilienhaltung aber sicherlich viel Freude haben.