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Gefährliche Haustiere - Der Reiz der Gefahr

Für die Anschaffung und Haltung als gefährlich eingestufter Tiere gelten besondere gesetzliche Vorschriften. Der Erwerb und die Pflege eines solchen Tieres sind mit enormem bürokratischem Aufwand verbunden und machen daher für die meisten privaten Halter keinen Sinn. In einigen Bundesländern ist der Besitz eines gefährlichen Haustiers für Privatpersonen sogar völlig untersagt. Zu den gefährlichen Haustieren zählen beispielsweise Kampfhunde, giftige Schlangen, Spinnen und Skorpione, Krokodile, große Würgeschlangen oder andere Wildtiere wie Raubkatzen oder Bären.

Vor der Anschaffung
Wenn Sie zur Miete wohnen, können Sie die Anschaffung eines gefährlichen Haustieres gleich vergessen. Selbst wenn im Mietvertrag Tierhaltung erlaubt ist, bleiben alle Tiere verboten, von denen eine Gefahr für Sie oder andere Bewohner des Hauses ausgehen kann. Vor der Anschaffung müssen Sie sich beim zuständigen Ordnungsamt informieren, welche Auflagen Sie im Voraus erfüllen müssen und welche Anträge zu stellen sind. Für die Haltung gefährlicher Tiere gibt es kein bundesweit einheitliches Gesetz. In einigen Bundesländern ist die Haltung gefährlicher Tiere für private Halter sogar komplett verboten. In jedem Fall benötigen Sie aber eine schriftliche Erlaubnis des Ordnungsamts, die unbedingt vor der Anschaffung des Tieres zu beantragen ist. Sollten Sie bei der Haltung eines gefährlichen Tieres ohne Erlaubnis erwischt werden, können sehr hohe Bußgelder und ein lebenslanges Haltungsverbot für gefährliche Tiere auf Sie zukommen. Vor dem Kauf sollten Sie noch bedenken, ob Sie sich die Haltung eines gefährlichen Tieres finanziell leisten können. Neben Kosten für den bürokratischen Aufwand sind auch die Unterhalskosten in vielen Fällen höher als bei normalen Tieren. Für Kampfhunde ist die Hundesteuer beispielsweise achtmal so hoch wie bei einem als ungefährlich eingestuften Hund.
Allgemeine gesetzliche Vorschriften
Vor der Anschaffung des Tieres muss immer das Ordnungsamt um Erlaubnis gefragt werden. Andernfalls riskieren Sie hohe Bußgelder und Haltungsverbote. Zusätzlich müssen Sie selbstverständlich die Artenschutzgesetze beachten und dürfen keine illegal eingeführten Wildfänge halten. Vom Aussterben bedrohte Wildtiere müssen weiterhin ein gültiges CITES-Zertifikat besitzen, das Ihnen eine legale Herkunft bescheinigt.
Darf ich gefährliche Tiere halten?
Wie bereits oben erwähnt, ist das Antragsverfahren von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich und in manchen Teilen Deutschlands dürfen Sie als Privatperson gar keine gefährlichen Tiere halten. Wie es in Ihrem Wohnort gehandhabt wird, erfahren Sie bei Ihrem Ordnungsamt. Ist die Haltung grundsätzlich möglich, müssen Sie beim Ordnungsamt nachweisen, dass Sie psychisch gesund sind, gute Fachkenntnisse über das Tier haben und es artgerecht halten können. Dazu müssen Sie Ihr polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und in einem sogenannten Sachkundegespräch Fragen über das jeweilige Tier beantworten. Sie müssen nachweisen, dass Sie sich sehr gut mit dem Tier auskennen, sein Verhalten einschätzen können und es jederzeit unter Kontrolle haben werden. Außerdem brauchen Sie für sich und das anzuschaffende Tier eine Haftpflichtversicherung. Manche Ordnungsämter verlangen zusätzlich noch eine schriftliche Begründung, warum Sie ausgerechnet ein gefährliches Tier halten wollen. Einfaches Interesse an dem Tier wird dabei als Grund nicht anerkannt, wodurch eine Haltung aus Liebhaberei in den meisten Fällen ausscheidet.
Wo kann ich gefährliche Tiere kaufen?
Gefährliche Tiere können Sie beim Züchter, im Tierheim oder bei Privatpersonen kaufen. Gerade bei exotischen Tieren sollten Sie aber darauf achten, dass die Artenschutzzertifikate (CITES) vorhanden sind. Bei fehlenden Zertifikaten kann es sich um illegal eingeführte Tiere handeln, was bei einem Kauf zu Problemen mit dem Ordnungsamt führt.
Vorschriften für die Haltung von Kampfhunden
Kampfhunde werden je nach Gefährlichkeitsgrad in 2 Kategorien eingeteilt. Hunde der Kategorie 1 sind grundsätzlich erlaubnispflichtig, das heißt, Sie müssen die Haltung beim zuständigen Ordnungsamt unter Vorlage von polizeilichem Führungszeugnis, Interessenbegründung und Haftpflichtversicherung beantragen. Zur Kategorie 1 zählen beispielsweise Pit-Bulls oder American Staffordshire Terrier. Bei Hunden der Kategorie 2 kann die Erlaubnispflicht mit einem sogenannten Negativzeugnis umgangen werden. Dabei wird die Gefährlichkeit und Aggressivität des Hundes durch einen Sachverständigen beurteilt. Bescheinigt dieser die Ungefährlichkeit des Hundes in dem Negativzeugnis, so gilt der Hund nicht mehr als Kampfhund und die Erlaubnispflicht entfällt. Bestehen Zweifel am harmlosen Charakter des Hundes, so können im Negativzeugnis Ausnahmen notiert werden. Häufige Ausnahmen sind zum Beispiel, dass der Hund in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen muss oder nicht an andere Personen übergeben werden darf. Als Besitzer müssen Sie dieses Zeugnis immer mit sich führen und bei Kontrollen der Polizei vorzeigen. Hunde der Kategorie 2 sind zum Beispiel Bullterrier oder Rottweiler. Für alle Kampfhunde gilt außerdem permanente Leinen- und Maulkorbpflicht auf öffentlichen Straßen.
Vorschriften für die Haltung exotischer Wildtiere
Für die Haltung exotischer Wildtiere existieren ebenfalls viele Vorschriften, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Überall gilt jedoch dasselbe Antragsverfahren wie bei Kampfhunden und ohne explizite Erlaubnis des Ordnungsamts ist die Haltung gefährlicher Tiere grundsätzlich verboten. Vor der Erlaubniserteilung wird ein Sachverständiger vom zuständigen Ordnungsamt zusätzlich die Haltungsbedingungen überprüfen. Auch gefährliche Tiere müssen so artgerecht wie möglich gehalten werden. Zusätzlich sind die Käfige und Terrarien auf absolute Ausbruchsicherheit zu kontrollieren, um die Gefahr für Anwohner durch entlaufene Wild- oder Gifttiere zu verringern. Wenn kleine Kinder in Ihrem Haushalt leben, müssen auch diese besonders geschützt werden. Nach Möglichkeit müssen die Tiere außer Reichweite der Kinder gehalten oder Terrarien und Käfige so verschlossen werden, dass Kinder sie nicht öffnen können.
Vorschriften für die Zucht gefährlicher Haustiere
Wer gefährliche Tiere nicht nur halten, sondern auch züchten möchte, muss dies wieder beim zuständigen Ordnungsamt beantragen. Aufgrund der regionalen Unterschiede in der Gesetzgebung kann es jedoch sein, dass dies in einigen Bundesländern komplett verboten und in anderen wiederum erlaubt ist. Da sich die gesetzlichen Bestimmungen ständig ändern, sollten Sie sich bei Interesse bei Ihrem Ordnungsamt erkundigen. Zusätzlich zu polizeilichem Führungszeugnis, Sachkundegespräch und Versicherung müssen Sie bei der Zucht von giftigen Tieren Ihre Herz- und Kreislaufgesundheit von einem Arzt bestätigen lassen. Wenn Sie körperlich nicht völlig gesund sind, wird man Ihnen die Haltung giftiger Tiere nicht gestatten.Wenn Ihnen die Haltung erlaubt wurde und sie sich gefährliche Tiere angeschafft werden, müssen Sie genau darauf achten, dass alle oben genannten Voraussetzungen auch in Zukunft bestehen bleiben. Gerade bei Züchtern führt das Ordnungsamt verstärkt unangemeldete Kontrollen durch. Sollte das Ordnungsamt bei Ihnen sicherheitsrelevante Haltungsmängel feststellen, kann Ihnen die Haltungserlaubnis auf Dauer entzogen werden.
Ein gefährliches Hobby
Die Haltung gefährlicher Tiere unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen und ist mit viel bürokratischem Aufwand verbunden. Aufgrund der vielen Verbote und Einschränkungen macht die Anschaffung gefährlicher Tiere daher nur für sehr wenige Menschen Sinn. Für private Halter wird es in den meisten Fällen sehr schwer sein, so ein Tier zu bekommen.